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  • Offene Arbeitsgruppe

    I KNOW I CARE

    Eine Diskussionsgruppe mit anschließender performativer Installation im öffentlichen Raum
    Künstlerische Leitung: Jelena Micić

    English below!

    Photo: Jelena Micić, inspired by Gerd Arntz

    Ausgehend vom diesjährigen Jahresthema "Bitches&Witches" wird die offene Arbeitsgruppe Reproduktionsarbeit mit den ansteigenden prekären Bedingungen profitabler, produktiver Arbeit zusammendenken - insbesondere im migrantischen Kontext.


    WIENWOCHE FREUT SICH, DICH ZU UNSERER ARBEITSGRUPPE EINZULADEN, DIE FÃœR ALLE OFFEN UND SELEKTIONSFREI IST!

    Wir suchen nach Teilnehmer*innen mit oder ohne künstlerische Erfahrung und mit Interesse an:
    Performance, bildender Kunst, Handwerk, kreativem Ausdruck, Aktivismus, Diskussion und kollektiver Arbeit. Die Teilnehmer*innen möchten wir ermutigen, ihre eigenen Ansichten und Erfahrungen mit Frauen*- und reproduktiver Arbeit zu teilen. Gemeinsam wollen wir erarbeiten, wie wir unsere Interessen und Beiträge zusammenführen können.
    You know you care!
     

    WORUM WIRD ES GEHEN?

    Reproduktive Arbeit beinhaltet nicht nur Hausarbeit, sondern auch Sorge- und Pflegearbeit und mit Mutter*schaft verbundene Arbeit wie Kinderbetreuung. Frauen* als Arbeitskraft, mit all ihrer überlappenden Rollen sind ein tragendes Element im Klassenkampf. Die Analyse der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen* hilft uns, kapitalistische Ausbeutung Verhältnisse auseinanderzunehmen und an egalitären sozialen Lebensbedingungen zu arbeiten.
    Aus marxistisch-feministischer Perspektive werden wir folgende Fragen diskutieren:

    • Ist reproduktive Arbeit messbar?
    • Wie gestaltet sich die Beziehung von reproduktiver zu produktiver Arbeit?
    • Muss reproduktive Arbeit bezahlt werden und wenn ja, wer soll dafür bezahlen?

    Die Kritik an den sich verändernden Bedingungen am Arbeitsmarkt fasst oft nur eine vereinfachte Analyse von Prekarisierung im Neoliberalismus. Der Begriff des Arbeitsmarkts selbst scheint limitiert in Bezug auf Möglichkeiten von Arbeit innerhalb des vorherrschenden Verständnisses von Beschäftigung. Dieses Verständnis basiert auf vereinfachten und scheinbar festgeschriebenen historischen Teilungen. Der freie Markt kreiert neue Formen von Beschäftigung, z.B. Kombinationen üblicher Beschäftigungsverhältnisse und die Erhöhung und Flexibilisierung von Arbeitszeit führt zur Ausdehnung von Lohnarbeit ins Private, ins Zuhause – ohne eine klare Trennung zwischen Zeit für Arbeit und für nicht-Arbeit.

    Prekarisierung trifft besonders all jene, die Ressourcen fürs Leben schaffen. Also oft Frauen*, die (oft freiwillig) diese kulturelle Erbschaft antreten. Die Arbeit, die im Zuhause verrichtet wird, die kein sichtbares Resultat hervorbringt und nicht zu Geld gemacht werden kann, ist nachhaltige physische Erhaltungs- und Pflegearbeit – meist zugunsten von anderen. Diese Arbeit läuft parallel zur produktiven Arbeit ab, wobei nur eine der beiden Tätigkeitsbereiche als Arbeit verstanden wird,
    Wert hat und bezahlt wird.

    Die Errungenschaften von vorangegangen Kämpfen betrachten wir oft als selbstverständlich. Wie können wir Kontrolle zurückgewinnen und gleichzeitig frei bleiben im Treffen unserer Lebensentscheidungen? Was müssen wir verlernen, wenn wir selbstverständlich darüber sprechen, uns entweder für eine Karriere oder für die Möglichkeit von Mutter*schaft entscheiden zu müssen?


    WAS PASSIERT IN DER ARBEITSGRUPPE

    Diese Arbeitsgruppe garantiert nicht, dass du etwas hören wirst, das du noch nicht weißt. Sie soll vielmehr unsere verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen zusammenführen und lädt zum Austausch und zur Kollaboration ein.
    Nach einigen Treffen (2. Maihälfte, Juni, später August und erste Septemberhälfte) in denen Diskussionen, Screenings, und Besuche von geladenen Gastvortragenden stattfinden werden, wird die Gruppe eine performative Installation im öffentlichen Raum realisieren. Arbeitssprachen werden Englisch, Deutsch und naš (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch) sein. Es gibt
    Übersetzung, wenn benötigt!


    MITMACHEN

    Wenn du Teil der Arbeitsgruppe sein möchtest, schreib bitte eine Email mit deinem Namen und deinen gewünschten Arbeitssprachen an ikic@wienwoche.org / Anmeldefrist: 20. Mai, 16.00.
    Wir freuen uns, wenn du uns kurz dein Interesse am Thema beschreiben könntest. Du kannst gerne auch entsprechendes zusätzliches Material schicken, im Anhang oder als Link. Dafür gibt es keine formalen Vorgaben.
    Die Arbeitsgruppe wird aus max. 20 Personen bestehen und das Kick-Off-Event zum Kennenlernen wird am 15. Mai 2019 von 16.00 – 20.00 stattfinden. Adresse: Augasse 2-6, 1090 Wien (1. Stock, Zimmer D1.9.9) Elke Krasny wird im Rahmen des Treffens einen Input zum Thema Living Reproductive Labor geben.


    KÃœNSTLERISCHE LEITUNG

    Jelena Micić (*1986 in Knjaževac, Serbia), MA in Philosophie und Skandinavische Philologie (Universität Belgrad). Sie studiert und arbeitet im Moment an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2018 erhielt sie das Ö1 Talentestipendium für Bildende Kunst und war Fellow bei kültür gemma!/IG Bildende Kunst. Sie ist Gründerin der informellen Gruppe UMETNIK*.

     


     

    Open working group

    I KNOW I CARE

     

    A series of discussions followed by a performative installation in public space
    Artistic direction: Jelena Micić

    Starting from the annual topic "Bitches&Witches", the open working group will explore reproductive labor in connection to the ongoing rise of precarity relations within the profitable productive work, especially in the migrant context.


    WIENWOCHE IS DELIGHTED TO INVITE YOU TO JOIN OUR OPEN-TO-EVERYBODY AND SELECTION-FREE WORKING GROUP!

    We are looking for participants with or without artistic experience but with an interest in:
    performing, visual arts, crafts, creative expression, activism, discussion and collective work. We highly encourage participants to express their own points of view and share experience around female* work and reproductive labor. We will work together on special interests and contributions.
    You know you care!
     

    WHAT IS IT ALL ABOUT?

    Reproductive labor implies not only domestic labor, but also caregiving and mother*hood related work as childcare. Women* as labor force, with all their intersected roles have a crucial in the class struggle. The analysis of female* living and working conditions will help us challenge capitalist exploitation in order to establish egalitarian social conditions.
    We will discuss following questions from an Marxist-feminist perspective:

    • How to measure reproductive work?
    • What is its relation to productive work?
    • Does it have to be paid and who is to pay it?

    The changed conditions within the labor market, if the term at all corresponds to the current working possibilities within or beyond the official employment typologization based on oversimplified and historically bound divisions, often finish with standard remarks on precariat and worn out critique of neoliberalism. Free market created new employment possibilities,
    combined types of employment usually outside the established categories, conditions for more working hours made work extend to home without the clear distinction between the non-working and working time. The vagueness between private and working time, especially at home, remains a debatable issue when applied to female* labor work.

    Precarity strikes anyone involved in creating resources for living, also women* who (willingly) make use of this legacy. But there is one hidden presumption in the relation between life and work and it stands right in the middle of this unsolved dichotomy. The labor performed indoor or around the house that neither brings seeable result nor could be monetized is a physical long-term sustaining and maintenance work in benefit to others. A female* reproductive or care work based on conditioning and (mis)interpretation of personal needs and wishes goes along with the productive work. It means same performed actions, where only one of them is understood as work, has its value and has been paid.

    Achievements of the struggles that we nowadays understand as self-evident are often taken for granted. How to regain control and at the same time remain free in making decisions? What should we actually unlearn when we talk about deciding to either commit oneself to the career instead of embracing the possibilities of mother*hood?


    WHAT WILL HAPPEN WITHIN THE WORKING GROUP?

    This workshop does not offer to teach anything you already did not know, in that sense, there will be nothing to learn. It rather brings together different experiences and opens a possibility to exchange and to collaborate.
    After several meetings (second part of May, June, late August and first half of September) with sharing experiences, discussions, screenings and visits by specially invited guest speakers, the working group will have an opportunity of developing and realizing a performative installation in public space.
    The working languages will be English, German and naš (Bosnian-Croatian-Serbian), with provided translation/interpretation when needed.


    HOW TO APPLY

    If you would like to take part in the working group, please send an e-mail to
    ikic@wienwoche.org stating your name, surname and spoken/understood languages.
    Application deadline: May 20th, 4 p.m.
    Optionally, you could already describe your interest in the proposed topic and send additional visual or online material.
    The working group would be able to host up to 20 participants.
    The kick-off-meeting will take place on May 15th 2019 in Augasse 2–6, 1090 Vienna (1th floor, room D1.9.9) at 4 p.m. where we will host our first guest speaker Elke Krasny and her input on Living Reproductive Labor.


    ARTISTIC DIRECTION

    Jelena Micić (born 1986 in Knjaževac, Serbia) is an MA in Philosophy and Graduated philologist of Scandinavian languages University of Belgrade, currently studying and working at the Academy of Fine Arts Vienna. In 2018 she received the Ö1 Talentestipendium for Fine Arts and a  kültür gemma!-fellowship/IG Bildende Kunst, Vienna. Founder of the informal group
    UMETNIK*.